Vier Klassen mit insgesamt 67 Schülern haben am Wettbewerb 1996/97 teilgenommen.

Die ausgewählten Themen:

- Das ist doch nicht so schlimm.

- Jugendkriminalität - Cliquenkriminalität?

- 5 Jahre deutsche Einheit (Preisträger).

- Nichtregierungsorganisationen mischen sich ein!(ein Hauptpreis)

Dokumentation - Der Kampf für eine freie Heide gegen den Truppenübungsplatz Wittstock\Ruppin


 Ein Blick in das Übungsgelände


Die Bürgerinitiative "Freie Heide" wurde zum Sprachrohr der empörten Bevölkerung. Damit begann schon bald der organisierte Protest.

15.8.92 Erste Demonstration gegen die weitere militärische Nutzung der Freien Heide mit 4500 Menschen in Schweinrich .

13.9.92 1. Protestwanderung ´ Auf dem Weg zur Freien Heide von Dorf-Zechlin in Richtung Gadow. Prominente Gäste sind diesmal unter anderem Konrad Weiss, MdB und der brandenburgische Umweltminister Mathias Platzeck. Die Belastung der Bevölkerung war enorm. Mehrere Jahrzehnte lang hatte sie bei ca. 25000 Luftwaffeneinsätzen pro Jahr den Lärm von Bomben-, Raketen- und Granatendetonationen zu ertragen. Bis Mai 1996 organisierte die Bürgerinitiative (BI) u.a. : 36 Protestwanderungen mit insgesamt 45000 Teilnehmern (darunter vier regionale Ostermärsche mit bundesweiter Beteiligung, Konzerte und Aktionen), an denen zahlreiche prominente Gäste teilnahmen, so z.B. der SPD- Bundestagsfraktions-vorsitzender Rudolf Scharping, Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe, etliche Landesminister, der Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, sein Vorgänger Gottfried Forck und Martin Kruse, Europa-, Bundes- und Landtagsabgeordneter aller Parteien.

Am 14.1.93 beschloß der Bundestag mit den Stimmen der CDU und FDP die Einrichtung des Luftwaffenübungsplatzes Wittstock. Im Januar 1994 wurde mit dem Flugbetrieb über dem "Bombodrom" begonnen. Seither erleben wir bereits lärmintensive Tiefflug-Aktivitäten. Das bedeutet auch eine Nutzung von Wittstock als Truppenübungsplatz des Heeres mit gepanzerten Fahrzeugen. Einschließlich Schießbetrieb, zusätzlich zur bisher geplanten Nutzung als Artillerieschießplatz.

2. Protestwanderung Die Zusätzliche Stationierung von 1000 Soldaten und gepanzerter Truppen, die zusätzlich zum Bomben werfen und Artillerieschießen hier üben, also fahren und schießen sollen, verschlimmern die Situation erheblich.

3. Protestwanderung Die Synode der Evangelischen Kirche in Berlin - Brandenburg spricht sich gegen die Weiternutzung des Bombenabwurfplatzes Wittstock durch eine Übernahme der Bundeswehr aus.

4. Protestwanderung Von Dranse aus zur Schießplatzgrenze am Dranser See mit ca. 500 Mitwanderern. Es gibt ein Friedensfeuer, Musik - Square Dance am Seeufer mitten im Dezember. Die Unterschriften gegen die militärische Nutzung des Geländes erreichen die 40000 Marke.

5. Protestwanderung Von Schweinrich an die Schießplatzgrenze mit Enthüllung einer vom Neuruppiner Bildhauer Hans-Hermann Degner gestaltete Mahnsäule. Die BI "Freie Heide" gründet einen gleichnamigen Verein.

6. Protestwanderung Von Zootzen an die Schießplatzgrenze gegen den Bombenabwurfplatz. In der Kirche Flecken - Zechlin erklärt sich Stolpe eindeutig gegen den Bomben- abwurfplatz.

8. Protestwanderung Die Grünen nehmen die Schließung des Bombodroms in ihr Programm auf.

9. Protestwanderung Von Rossow mit ca. 400 Teilnehmern.

10. Protestwanderung Von Rägelin zur Schießplatzgrenze mit ca. 250 Menschen.

11. Protestwanderung Mit 400 Menschen von Gühlen-Glienicke aus, darunter Ministerin Hildebrandt.

12. Protestwanderung Ab Wallitz, Trotz strömenden Regens machen sich 500 Menschen auf den Weg. ORB "Vor Ort" aus dem Rathaus Wittstock- in der Sendung wird deutlich, daß sich die Fronten zwischen Schießplatzgegnern und Befürwortern verhärtet haben. Einige Tage später wird die Mahnsäule bei Schweinrich abgesägt und entwendet.


 eine von vielen Mahnsäulen


Auf der 22. Protestwanderung erklärt der damalige Kanzlerkandidat der SPD Rudolf Scharping vor 500 Demonstranten, im Falle eines Wahlsieges bei der Bundestagswahl, werde dieser TÜP verschwinden.

Inzwischen fand schon die 41. Protestwanderung statt. Doch Protestwan-derungen, die jeweils mit dem Aufstellen einer Mahnsäule enden, sind nicht die einzige Form des Widerstands der Bevölkerung mit ihrer Bürgerinitiative "Freie Heide" . An der Autobahn A 24 wurde ein "Anti-Kriegs-Windrad" aufgestellt, Spruchbänder wurden an Autobahnbrücken befestigt. Es gab eine Lichterkette mit 6000 Teilnehmern quer über den Platz. Es fanden Unterschriftenaktionen ( ca.40000 Unterschriften ) und Briefaktionen an den Bundestag statt. Die "Freie Heide" hat Verbindung zu vielen anderen Bürgerinitiativen Deutschlands aufgenommen. Seit Januar 1994 klagt eine Klägergemeinschaft beim Verwaltungsgericht Potsdam, um ein rechtsförmiges Verfahren für die Neueinrichtung eines TÜP zu erzwingen. Der Rechtsanwalt der "Freien Heide" Dr. Reiner Geulen meint die Aussichten auf einen Sieg der "Freien Heide" sind nicht schlecht.


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 Tornado IDS (GR.MK1) im Tiefflug


Fakten der Bundeswehr

Am 1.10.1994 hat die Bundeswehr den Boden- und Luftschießübungsplatz, der 1993 von der Sowjetarmee geräumt wurde, vom Finanzministerium in Bonn übernommen. Der Truppenübungsplatz (TÜP) kann von der Bundeswehr noch nicht genutzt werden da es noch Streitigkeiten mit einer Bürgerinitiative, FREIe HEIDe gibt, die wie die Bundeswehr glaubt, bald beigelegt sind. Die Bundeswehr plant schon großflächig - Europas größter Truppenübungsplatz.

Geübt werden soll mit :

Artilleriewaffen, Bordkanonen, Handwaffen wie Maschinengewehren und -pistolen, Panzer - Abwehr - Handwaffen, Lenkflugkörpern, Raketen, Bomben, Handgranaten, Handflammpatronen. Aber hauptsächlich gilt der TÜP Flugschießübungen. Im Jahr sollen max. 3000 Einsätze geflogen werden. Ein Einsatz ist ein Flugzeug vom Start bis zur Landung.

Um die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten hat die Bundeswehr bestimmte Flugzeiten eingeführt.

Mo. - Do. von 9-12 Uhr und von 14-17 Uhr und Fr. von 9-12 Uhr.

Nachtschießen findet nur bis 23 Uhr statt.

In den Sommerferien gibt es eine 4-wöchige Übungspause.

Und die Flugzeuge dürfen über den umliegenden Orten und außerhalb des TÜP nicht unter 300 Metern fliegen. Die Bundeswehr will 150 bis 200 neue Arbeitsplätze für die Bevölkerung schaffen.

Das Betreten des TÜP ist verboten, wie auf zahlreichen Warnschildern nicht schwer zu erkennen ist, weil sich Altmunition und giftige Altlasten darauf befinden, die von der Sowjetarmee hinterlassen wurden, die die Bundeswehr aber durch Firmen räumen lassen will.

Aber durch das Vorhandensein der Bundeswehr werden andere Landschafts-projekte gestört beziehungsweise verhindert, so zum Beispiel ein Windpark. Von Seiten der Bundeswehr heißt es, das Gefahrenrisiko ist zu hoch. Die Flugzeuge könnten mit den Windrädern kollidieren. (30 m Höhe!!)


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Copyright Sven, Manuel, V.1.3, 26. Mai 1997